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Freistellungsauftrag ausfüllen: das amtliche Formular Feld für Feld

✓ Geprüft am 09.10.2026Rechtsstand 2026Quellen

Einen Freistellungsauftrag füllen Sie in wenigen Minuten aus: Name, Geburtsdatum, Steuer-ID und Anschrift eintragen, den Betrag für diese Bank wählen, die Geltungsdauer ankreuzen und unterschreiben. Wichtig sind vor allem die Steuer-ID – ohne sie ist der Auftrag unwirksam – und dass alle Aufträge zusammen höchstens 1.000 € (Ehepaare 2.000 €) ergeben.

Auf einen Blick

Formular
Nur nach amtlichem Muster des Bundesfinanzministeriums – bei jeder Bank inhaltlich gleich
Pflichtangabe
Steuer-Identifikationsnummer, beim gemeinsamen Auftrag die beider Ehegatten
Höchstbetrag
1.000 € pro Person, 2.000 € bei Zusammenveranlagung – über alle Banken zusammen
Geltung
Unbefristet oder befristet bis zum 31.12. eines Jahres
Online
Im Online-Banking mit PIN/TAN zulässig, eine Papier-Unterschrift entfällt dann

Gibt es ein neutrales Formular?

Ja, in gewissem Sinn: Den Inhalt des Freistellungsauftrags schreibt das Bundesfinanzministerium als amtliches Muster vor (Anlage 2 zum BMF-Schreiben zur Abgeltungsteuer). Banken dürfen das Formular in ihr eigenes Layout setzen, Felder und Erklärungen müssen aber dem Muster entsprechen. Deshalb sehen die Vordrucke von Sparkasse, Volksbank oder Bausparkasse fast gleich aus – wer einen ausgefüllt hat, kommt mit jedem anderen zurecht.

Einen bankneutralen Vordruck und die Links zu den Formularen einzelner Banken finden Sie auf der Seite Formular und Vordruck. Bei den meisten Banken geht es aber schneller online: Sie melden sich im Online-Banking an, suchen den Bereich „Freistellungsauftrag“ (oft unter Steuern, Service oder Einstellungen) und bestätigen die Eingaben mit einer TAN.

Die Felder im Einzelnen

1. Gläubiger der Kapitalerträge: Name, Vorname, Geburtsdatum

Hier steht die Person, der die Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne zustehen – also der Kontoinhaber. Tragen Sie den Namen genau so ein wie bei der Bank hinterlegt. Bei einem Kinderkonto steht hier das Kind, nicht die Eltern; mehr dazu unter Freistellungsauftrag für Kinder.

2. Steuerliche Identifikationsnummer

Die elfstellige Steuer-ID ist Pflicht. Fehlt sie oder ist sie falsch, ist der Auftrag nach § 44a Abs. 2a EStG unwirksam, und die Bank zieht trotz Freistellungsauftrag Steuern ab. Sie finden die Nummer auf Ihrem Einkommensteuerbescheid, auf der Lohnsteuerbescheinigung oder auf dem Schreiben des Bundeszentralamts für Steuern, mit dem Sie sie erhalten haben. Verwechseln Sie sie nicht mit der Steuernummer des Finanzamts – die ist anders aufgebaut und gehört hier nicht hinein.

Ein Zahlendreher ist nicht sofort fatal: Stellt sich im laufenden Jahr heraus, dass die Nummer falsch ist, und lässt sich die richtige noch im selben Jahr ermitteln, behandelt die Bank den Auftrag als wirksam. Gelingt das nicht, ist er unwirksam. Melden Sie einen Fehler deshalb sofort, wenn Sie ihn bemerken.

3. Anschrift

Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort Ihres aktuellen Wohnsitzes. Ziehen Sie um, ändern Sie die Adresse bei der Bank; der Freistellungsauftrag selbst bleibt gültig.

4. Angaben zum Ehegatten oder Lebenspartner

Diesen Block füllen Sie nur aus, wenn Sie einen gemeinsamen Auftrag erteilen. Dann gehören Name, Vorname, Geburtsdatum und Steuer-ID des Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners hinein – beide IDs sind Pflicht. Der gemeinsame Auftrag gilt für Einzel- und Gemeinschaftskonten beider Partner bei dieser Bank. Den Höchstbetrag von 2.000 € gibt es nur, wenn die Voraussetzungen der Zusammenveranlagung vorliegen – also nicht bei dauernd getrennt lebenden Paaren. Alleinstehende lassen den Block leer. Ob ein gemeinsamer Auftrag oder zwei Einzelaufträge besser passen, erklärt die Seite Freistellungsauftrag für Verheiratete.

5. Höhe der Freistellung

Das amtliche Muster bietet drei Kreuze an:

  • bis zu einem Betrag von … € – wenn Sie den Freibetrag auf mehrere Banken verteilen. Sie tragen nur den Teil ein, den diese Bank bekommen soll, zum Beispiel 400 €.
  • bis zur Höhe des für mich/uns geltenden Sparer-Pauschbetrags von 1.000 € bzw. 2.000 € – wenn Sie nur bei dieser einen Bank Kapitalerträge haben.
  • über 0 € – vor allem für Ehepaare, die ausschließlich die ehegattenübergreifende Verlustverrechnung wollen, weil der Freibetrag schon bei anderen Banken liegt.

Welcher Betrag für welche Bank sinnvoll ist, rechnen Sie am einfachsten mit dem Freistellungsauftrag-Rechner aus. Hintergründe zum Verteilen stehen unter Höhe und Aufteilung.

6. Geltungsdauer

Sie geben an, ab wann der Auftrag gilt – in der Regel ab dem 1. Januar des laufenden Jahres oder ab Beginn der Geschäftsverbindung. Dann kreuzen Sie an, wie lange er gelten soll:

  • so lange, bis Sie einen anderen Auftrag erhalten (unbefristet) – die bequeme Standardwahl, der Auftrag läuft Jahr für Jahr weiter.
  • bis zum 31.12. eines bestimmten Jahres (befristet) – sinnvoll, wenn Sie ein Konto nur vorübergehend nutzen, etwa ein Festgeld mit fester Laufzeit. Eine Befristung ist nur zum Jahresende möglich.

7. Datum und Unterschrift

Auf Papier unterschreibt der Kontoinhaber, beim gemeinsamen Auftrag unterschreiben beide Ehegatten bzw. Lebenspartner. Bei Minderjährigen unterschreiben alle gesetzlichen Vertreter, also meist beide Eltern. Online ersetzt die Bestätigung per PIN/TAN die Unterschrift. Beim gemeinsamen Online-Auftrag gilt der erstgenannte Partner als Auftraggeber und versichert, dass der andere ihn bevollmächtigt hat; der Partner bekommt danach eine Benachrichtigung und eine Kopie des Auftrags.

Eine Vertretung ist ausdrücklich zulässig, etwa mit Vollmacht. Verwitwete, die einen gemeinsamen Auftrag im Todesjahr ändern oder neu erteilen, tragen statt der Unterschrift des verstorbenen Partners dessen Vornamen, Namen und Todestag ein.

Mit der Unterschrift versichern Sie, dass Ihre Freistellungsaufträge bei allen Banken zusammen den Sparer-Pauschbetrag nicht übersteigen. Der Vordruck weist außerdem darauf hin, dass die Bank die freigestellten Beträge an das Bundeszentralamt für Steuern meldet.

Felder, die Ihre Bank ergänzt

Das amtliche Muster beginnt mit einem Feld „An“ für den Empfänger – Bank, Bausparkasse oder Versicherung samt Anschrift. Auf den Vordrucken der Institute ist das meist schon eingedruckt. Dazu kommen oft Felder, die nicht im Muster stehen, aber die Zuordnung erleichtern:

  • Kundennummer, IBAN oder Vertragsnummer: Eine Nummer genügt. Der Auftrag gilt trotzdem für alle Konten und Depots bei diesem Institut – auf einzelne Konten beschränken lässt er sich nicht.
  • Art des Auftrags: Manche Banken fragen ab, ob es ein erstmaliger Auftrag, eine Änderung oder eine Löschung ist. Eine Änderung ersetzt den alten Auftrag vollständig.
  • Familienstand: Einige Bausparkassen fragen ihn als Ziffer ab, etwa ledig, verheiratet, verwitwet, geschieden oder getrennt lebend.

Wo auf dem Vordruck Wahlformen wie „ich/wir“, „mich/uns“ oder „1.000 €/2.000 €“ stehen, streichen Sie das Nichtzutreffende. Wer allein unterschreibt, streicht also „wir“, „uns“ und „2.000 €“.

Was der Kleingedruckte auf dem Formular bedeutet

  • „Gilt nicht für Betriebseinnahmen und Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung“: Der Auftrag ist nur für private Kapitalerträge gedacht. Auch für Firmen oder Vereine gibt es ihn nicht – erteilen können ihn nur natürliche Personen.
  • Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern: Die Bank übermittelt Ihre Daten und die freigestellten Beträge (§ 45d EStG). Diese Daten dürfen in Steuerverfahren verwendet und an Sozialleistungsträger weitergegeben werden, soweit diese Einkommen oder Vermögen prüfen müssen.
  • Ihre Versicherung: Mit der Unterschrift bestätigen Sie zweierlei – dass alle Ihre Aufträge zusammen höchstens 1.000 € bzw. 2.000 € ergeben und dass Sie im Kalenderjahr für keine höheren Erträge die Freistellung in Anspruch nehmen.
  • Hinweise am Ende: Sie fassen die Regeln zusammen, die auch hier stehen: Befristung nur zum Jahresende, Senken nur bis zum genutzten Betrag, gemeinsamer Auftrag führt zur Verlustverrechnung am Jahresende.

Schritt für Schritt online einrichten

  1. AnmeldenMelden Sie sich im Online-Banking oder in der App Ihrer Bank an.
  2. Bereich suchenSuchen Sie nach „Freistellungsauftrag“ – meist unter Steuern, Service oder Konto-Einstellungen. Die Anleitungen für einzelne Banken finden Sie zum Beispiel für die Sparkasse, die Volksbank oder die Commerzbank.
  3. Daten prüfenName, Geburtsdatum und Anschrift sind meist vorausgefüllt. Ergänzen Sie die Steuer-ID, falls sie fehlt.
  4. Betrag festlegenTragen Sie den Teil des Freibetrags ein, der auf diese Bank entfällt.
  5. Geltung wählenUnbefristet oder bis zum Jahresende.
  6. BestätigenFreigabe mit TAN. Notieren Sie Bank und Betrag in Ihrer Übersicht.

Häufige Fehler beim Ausfüllen

FehlerFolgeSo vermeiden Sie ihn
Steuer-ID fehlt oder ZahlendreherAuftrag unwirksam, Bank zieht Steuern abNummer vom Steuerbescheid abschreiben und doppelt prüfen
Steuernummer statt Steuer-IDAuftrag unwirksamDie Steuer-ID hat 11 Ziffern ohne Schrägstriche
Summe aller Aufträge über 1.000 € bzw. 2.000 €Fällt über die Meldung an das BZSt auf, Steuer wird nachgefordertListe aller Banken mit Beträgen führen
Gemeinsamer Auftrag, aber nur eine UnterschriftBank kann den Auftrag nicht annehmenBeide Partner unterschreiben bzw. bestätigen
Kinderkonto: nur ein Elternteil unterschreibtAuftrag unvollständigAlle gesetzlichen Vertreter unterschreiben
Alter Auftrag bei aufgelöstem Konto vergessenFreibetrag liegt brachAuftrag ändern oder auf 0 € setzen

Ein Auftrag, den Sie vor 2023 über 801 € erteilt haben, ist nicht falsch geworden: Alle bis 2022 erteilten Aufträge wurden zum 1. Januar 2023 automatisch um 24,844 % erhöht – aus 801 € wurden 1.000 €. Neu ausfüllen müssen Sie deshalb nichts.

Ausgefülltes Beispiel: Ehepaar mit zwei Banken

Anna und Jonas Keller sind verheiratet, leben zusammen und haben ein gemeinsames Tagesgeld bei Bank A sowie ein Depot von Jonas bei Bank B. Bei Bank A erwarten sie rund 1.200 € Zinsen. So sieht ihr Auftrag für Bank A aus (Namen erfunden):

FeldEintrag
GläubigerKeller, Jonas, Geburtsdatum, Steuer-ID von Jonas
Anschriftgemeinsame Wohnadresse
Gemeinsamer Freistellungsauftragangekreuzt; Keller, Anna, Geburtsdatum, Steuer-ID von Anna
Höhe„bis zu einem Betrag von 1.300 €“
Gilt ab01.01. des laufenden Jahres
Dauer„so lange, bis Sie einen anderen Auftrag erhalten“
Streichen„ich“, „mich“, „1.000 €“
Unterschriftbeide

Bei Bank B erteilen sie ebenfalls einen gemeinsamen Auftrag, und zwar über 700 €. Zusammen sind das genau 2.000 €. Der gemeinsame Auftrag deckt auch das Depot, das nur auf Jonas läuft – ein Einzelauftrag von Anna würde dort nichts nützen. Die 100 € Puffer bei Bank A fangen steigende Zinsen ab.

Checkliste vor dem Absenden

  • Steuer-ID elfstellig, Ziffer für Ziffer mit dem Bescheid verglichen – bei gemeinsamen Aufträgen beide.
  • Name und Geburtsdatum wie bei der Bank hinterlegt.
  • Genau ein Kreuz bei der Höhe und eins bei der Dauer.
  • Bei Befristung: Enddatum 31.12.
  • Nichtzutreffendes gestrichen.
  • Alle nötigen Unterschriften: Partner beim gemeinsamen Auftrag, alle gesetzlichen Vertreter beim Kind.
  • Summe aller Aufträge bei allen Banken nachgerechnet – höchstens 1.000 € bzw. 2.000 €.
  • Kopie oder Foto für die eigenen Unterlagen gemacht.

Beispiel: Freibetrag auf zwei Banken verteilen

Frau Berger hat ein Tagesgeldkonto, das etwa 600 € Zinsen im Jahr bringt, und ein ETF-Depot bei einer anderen Bank. Sie kreuzt beim Tagesgeld „bis zu einem Betrag von 600 €“ an und beim Depot „bis zu einem Betrag von 400 €“. Zusammen ergibt das genau 1.000 €. Merkt sie im Herbst, dass das Depot mehr abwirft, kann sie die Beträge im laufenden Jahr verschieben – wie das geht, steht unter Freistellungsauftrag ändern.

Häufige Fragen

Muss ich für jedes Konto einen eigenen Freistellungsauftrag ausfüllen?

Nein. Ein Freistellungsauftrag gilt bei einer Bank für alle Ihre Konten und Depots dort. Sie brauchen nur einen Auftrag pro Bank.

Wo finde ich meine Steuer-ID?

Auf dem Einkommensteuerbescheid, der Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber oder dem Mitteilungsschreiben des Bundeszentralamts für Steuern. Ist nichts davon greifbar, können Sie die Nummer beim Bundeszentralamt für Steuern erneut anfordern.

Was kreuze ich an, wenn ich nur bei einer Bank Geld habe?

„Bis zur Höhe des für mich/uns geltenden Sparer-Pauschbetrags“ und „so lange, bis Sie einen anderen Auftrag erhalten“. Dann ist der volle Freibetrag dauerhaft bei dieser Bank.

Darf jemand anderes den Freistellungsauftrag für mich ausfüllen?

Ja, eine Vertretung ist zulässig, zum Beispiel mit Vollmacht. Bei Kindern unterschreiben die gesetzlichen Vertreter.

Ich habe die Steuer-ID falsch eingetragen. Was nun?

Melden Sie es der Bank sofort. Kann die richtige Nummer noch im selben Jahr ermittelt werden, bleibt der Auftrag wirksam; sonst ist er unwirksam und Sie holen abgezogene Steuer über die Steuererklärung zurück.

Kann ich einen vergessenen Auftrag nachholen?

Für das Vorjahr lässt das Steuerrecht einen neuen oder höheren Auftrag noch bis zum 31. Januar zu – nicht jede Bank bietet das aber an. Danach holen Sie zu viel gezahlte Steuer über die Steuererklärung zurück. Details unter Freistellungsauftrag rückwirkend.

Quellen