Sparer-Pauschbetrag 2026: Höhe, Beispiele und wie Sie ihn voll nutzen
Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 2026 1.000 € pro Person und 2.000 € für zusammen veranlagte Ehepaare. Bis zu dieser Summe bleiben Zinsen, Dividenden und Kursgewinne steuerfrei. Damit die Bank den Betrag sofort berücksichtigt, erteilen Sie ihr einen Freistellungsauftrag – sonst holen Sie das Geld erst über die Steuererklärung zurück.
Auf einen Blick
- Höhe 2026
- 1.000 € (Ledige), 2.000 € (Zusammenveranlagung)
- Gilt seit
- 01.01.2023, 2024 bis 2026 unverändert
- Bis 2022
- 801 € bzw. 1.602 €
- Rechtsgrundlage
- § 20 Abs. 9 EStG
- Werbungskosten
- nicht zusätzlich abziehbar
- Steuer darüber
- 26,375 % (25 % + Soli), mit Kirchensteuer bis 27,99 %
Was ist der Sparer-Pauschbetrag?
Der Sparer-Pauschbetrag ist ein jährlicher Freibetrag für Einkünfte aus Kapitalvermögen. Er steht im Einkommensteuergesetz (§ 20 Abs. 9 EStG) und gilt für alle Kapitalerträge, die unter die Abgeltungsteuer fallen: Zinsen vom Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch, Dividenden, Ausschüttungen von Fonds und ETFs, Gewinne aus dem Verkauf von Aktien und Fonds sowie die Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds.
Jede Person hat Anspruch auf den Betrag – unabhängig vom Alter. Auch Kinder bekommen ihren eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €. Wie das bei Minderjährigen funktioniert, steht auf der Seite Freistellungsauftrag für Kinder.
Nicht erfasst sind Gewinne aus Kryptowährungen. Sie fallen unter private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 EStG) und sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei; einen Freistellungsauftrag gibt es dafür nicht.
Erhöhung des Sparer-Pauschbetrags: von 801 € auf 1.000 €
Bis einschließlich 2022 lag der Freibetrag bei 801 € für Ledige und 1.602 € für Ehepaare. Zum 01.01.2023 wurde er auf 1.000 € bzw. 2.000 € angehoben. Seitdem ist er gleich geblieben – auch 2026 gilt der Betrag von 1.000 €.
Bestehende Freistellungsaufträge mussten Sie dafür nicht neu stellen. Der Gesetzgeber hat alle Aufträge zum Jahreswechsel automatisch um 24,844 % erhöht (§ 52 Abs. 43 EStG). Aus einem vollen Auftrag über 801 € wurden so genau 1.000 €, aus einem Teilauftrag über 400 € rund 499 €.
| Zeitraum | Ledige | Zusammenveranlagung |
|---|---|---|
| bis 2022 | 801 € | 1.602 € |
| 2023 | 1.000 € | 2.000 € |
| 2024 | 1.000 € | 2.000 € |
| 2025 | 1.000 € | 2.000 € |
| 2026 | 1.000 € | 2.000 € |
Haben Sie Ihre Aufträge bei mehreren Banken verteilt, lohnt ein Blick in die Übersicht: Durch die prozentuale Erhöhung sind oft krumme Beträge entstanden. Wie Sie neu aufteilen, zeigt die Seite Höhe und Aufteilung.
Sparer-Pauschbetrag: Beispiele mit Zahlen
Über dem Freibetrag fällt Abgeltungsteuer von 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf an, zusammen 26,375 %. Mit Kirchensteuer steigt die Belastung auf 27,82 % (8 %) bzw. 27,99 % (9 %). Die Soli-Freigrenze, die beim Lohn gilt, hilft bei der Kapitalertragsteuer nicht.
| Fall | Erträge im Jahr | Steuerfrei | Steuer (ohne Kirchensteuer) |
|---|---|---|---|
| Single, Tagesgeld | 600 € | 600 € | 0 € |
| Single, Tagesgeld + Dividenden | 1.300 € | 1.000 € | 79,13 € (26,375 % von 300 €) |
| Ehepaar, zusammen veranlagt | 1.800 € | 1.800 € | 0 € |
| Ehepaar, zusammen veranlagt | 2.400 € | 2.000 € | 105,50 € (26,375 % von 400 €) |
Bei Aktienfonds und Aktien-ETFs sind 30 % der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung, § 20 InvStG), bei Mischfonds 15 %. Eine Ausschüttung von 1.000 € aus einem Aktien-ETF verbraucht deshalb nur 700 € des Pauschbetrags.
Keine Werbungskosten neben dem Pauschbetrag
Mit dem Sparer-Pauschbetrag sind alle Ausgaben rund um Ihre Geldanlage pauschal abgegolten. Depotgebühren, Kontoführungsgebühren, Zinsen für einen Kredit zum Aktienkauf oder ein Finanzmagazin können Sie nicht zusätzlich absetzen – auch dann nicht, wenn die Kosten höher als 1.000 € sind. Das schließt § 20 Abs. 9 EStG ausdrücklich aus.
Der Pauschbetrag darf außerdem nicht zu negativen Einkünften führen. Haben Sie nur 300 € Zinsen, bleiben 700 € ungenutzt und verfallen – ins nächste Jahr übertragen lässt sich der Rest nicht.
Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag: der Unterschied
Der Sparer-Pauschbetrag ist der gesetzliche Anspruch. Der Freistellungsauftrag ist das Werkzeug, mit dem Sie ihn schon bei der Bank nutzen. Ohne Auftrag zieht die Bank vom ersten Euro an Kapitalertragsteuer ab und überweist sie ans Finanzamt.
- Freibetrag verteilenSie legen fest, welche Bank wie viel Ihres Pauschbetrags bekommt. Die Summe aller Aufträge darf 1.000 € bzw. 2.000 € nicht übersteigen.
- Auftrag erteilenOnline per PIN/TAN oder mit dem amtlichen Formular. Pflicht ist Ihre Steuer-Identifikationsnummer, bei Ehepaaren die von beiden.
- Bank stellt freiBis zur Höhe des Auftrags behält die Bank keine Steuer ein. Innerhalb einer Bank gilt der Auftrag für alle Ihre Konten und Depots.
- Meldung ans BZStDie Bank meldet die freigestellten Beträge an das Bundeszentralamt für Steuern. So fällt auf, wenn jemand insgesamt mehr freistellt, als ihm zusteht.
Den passenden Vordruck finden Sie unter Formular und Vordruck, Hilfe beim Ausfüllen in der Ausfüllhilfe. Wie viel jede Bank bekommen sollte, rechnet der Freistellungsauftrag-Rechner aus.
Sparer-Pauschbetrag in der Steuererklärung
Haben Sie den Freibetrag über Freistellungsaufträge vollständig genutzt, brauchen Sie für Ihre Kapitalerträge in der Regel keine Anlage KAP. Anders, wenn Geld liegen geblieben ist: Hatte eine Bank zu wenig Freibetrag und hat Steuern abgezogen, während bei einer anderen Bank Freibetrag übrig blieb, holen Sie die Differenz über die Anlage KAP zurück (§ 32d Abs. 4 EStG). Dasselbe gilt für Konten bei Auslandsbanken, die keinen Freistellungsauftrag annehmen.
Mehr dazu, welche Zeilen Sie ausfüllen, steht auf der Seite Steuererklärung für Kapitalerträge.
Günstigerprüfung: wenn Ihr Steuersatz unter 25 % liegt
Die Abgeltungsteuer von 25 % ist ein fester Satz. Liegt Ihr persönlicher Einkommensteuersatz darunter – etwa im Ruhestand, in Elternzeit oder während des Studiums –, können Sie in der Steuererklärung die Günstigerprüfung beantragen (§ 32d Abs. 6 EStG). Das Finanzamt rechnet dann Ihre Kapitalerträge mit dem persönlichen Steuersatz und erstattet zu viel gezahlte Steuer. Der Sparer-Pauschbetrag wird auch dabei berücksichtigt.
Ob sich das lohnt, hängt von Ihren übrigen Einkünften ab. Hier hilft im Zweifel ein Lohnsteuerhilfeverein oder eine Steuerberatung. Hintergründe zur Steuer selbst erklärt die Seite Kapitalertragsteuer.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Sparer-Pauschbetrag 2026?
1.000 € für Alleinstehende und 2.000 € für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner, die zusammen veranlagt werden. Der Betrag gilt seit 2023 unverändert.
Muss ich nach der Erhöhung auf 1.000 € einen neuen Freistellungsauftrag stellen?
Nein. Alte Aufträge wurden zum 01.01.2023 automatisch um 24,844 % erhöht. Prüfen sollten Sie trotzdem, ob die Verteilung auf Ihre Banken noch zu Ihren Erträgen passt.
Bekommen Ehepaare automatisch 2.000 €?
Nur bei Zusammenveranlagung. Nutzt ein Partner seine 1.000 € nicht aus, wird der Rest beim anderen berücksichtigt. Details auf der Seite Freistellungsauftrag für Verheiratete.
Kann ich Depotgebühren zusätzlich absetzen?
Nein. Mit dem Sparer-Pauschbetrag sind alle Werbungskosten abgegolten. Tatsächliche Kosten dürfen Sie nicht abziehen, auch wenn sie höher sind.
Verfällt ein ungenutzter Sparer-Pauschbetrag?
Ja. Was Sie in einem Jahr nicht nutzen, lässt sich nicht ins Folgejahr übertragen. Wurde bei einer Bank trotzdem Steuer abgezogen, holen Sie sie über die Anlage KAP zurück.