Zum Inhalt
Freistellungsauftrag.euRatgeber · Rechner · Bank-Anleitungen
Menü

Freistellungsauftrag kündigen: widerrufen, auf 0 € setzen, Bank wechseln

✓ Geprüft am 09.10.2026Rechtsstand 2026Quellen

Ja, einen Freistellungsauftrag können Sie jederzeit kündigen – im Fachjargon heißt das widerrufen. Praktisch setzen Sie den Betrag bei der Bank auf 0 € oder auf den Betrag, der in diesem Jahr schon genutzt wurde. Weniger als den bereits freigestellten Betrag geht nicht. Ein noch ungenutzter Auftrag lässt sich rückwirkend zum 1. Januar aufheben.

Auf einen Blick

Möglich
jederzeit, ohne Frist und ohne Begründung
Wege
Online-Banking oder App (PIN/TAN), amtliches Formular, Filiale
Untergrenze
bereits im Jahr freigestellter Betrag
Ungenutzt
Widerruf wirkt rückwirkend zum 01.01.
Ehepaare
gemeinsamer Auftrag: beide unterschreiben

Wann sollte man einen Freistellungsauftrag kündigen?

Ein unbefristeter Freistellungsauftrag läuft weiter, bis Sie ihn ändern oder widerrufen. Es gibt typische Anlässe, ihn bei einer Bank zu beenden:

  • Bankwechsel: Sie ziehen Tagesgeld oder Depot zu einer anderen Bank um und brauchen den Freibetrag dort.
  • Kontoauflösung: Ihr Sparbuch oder ein ausgezahlter Bausparvertrag bringt keine Erträge mehr.
  • Neuaufteilung: Die Summe Ihrer Aufträge liegt über 1.000 € bzw. 2.000 €, oder der Freibetrag liegt bei einer Bank ohne Erträge brach.
  • Heirat oder Scheidung: Einzelaufträge werden durch einen gemeinsamen ersetzt oder umgekehrt – siehe Freistellungsauftrag für Verheiratete.

So kündigen Sie den Freistellungsauftrag

  1. Genutzten Betrag prüfenIm Online-Banking sehen Sie meist, wie viel des Auftrags im laufenden Jahr schon verbraucht ist. Das ist Ihre Untergrenze.
  2. Änderung auswählenOnline finden Sie die Funktion oft unter „Steuern“, „Freistellungsauftrag“ oder in den Konto-Einstellungen. Bestätigt wird per PIN/TAN.
  3. Betrag auf 0 € oder Restbetrag setzenIst noch nichts genutzt, setzen Sie den Auftrag auf 0 € bzw. wählen „widerrufen“. Sonst tragen Sie den genutzten Betrag ein.
  4. Alternativ per FormularOhne Online-Zugang füllen Sie das amtliche Muster aus und kreuzen die Änderung an. Vordrucke gibt es unter Formular und Vordruck.
  5. Bestätigung aufbewahrenDie Bank bestätigt die Änderung. Heben Sie sie auf, bis Sie den freien Betrag bei der neuen Bank eingesetzt haben.

Ob eine formlose E-Mail reicht, entscheidet die Bank: Wüstenrot etwa lässt das Löschen ohne aktive Verträge formlos zu, andere verlangen das amtliche Muster oder den Online-Weg. Fragen Sie Ihre Bank, welchen Weg sie akzeptiert.

Die wichtigste Grenze: genutzter Freibetrag

Ein Freistellungsauftrag gilt für das ganze Kalenderjahr. Was die Bank im laufenden Jahr bereits steuerfrei ausgezahlt hat, kann sie nicht nachträglich versteuern. Deshalb dürfen Sie den Auftrag nur bis auf diesen Betrag senken.

AuftragIm Jahr schon genutztNiedrigster möglicher BetragFür andere Banken frei
1.000 €0 €0 € (Widerruf zum 01.01.)1.000 €
1.000 €350 €350 €650 €
600 €600 €600 €0 €
2.000 € (Ehepaar)1.200 €1.200 €800 €

Ab dem nächsten 1. Januar ist der Auftrag dann komplett frei: Wenn Sie ihn zum Jahreswechsel auf 0 € setzen, steht Ihnen der volle Betrag für andere Banken zur Verfügung. Mehr zu Fristen rund um den Jahreswechsel unter Freistellungsauftrag rückwirkend.

Kontoauflösung: Auftrag aktiv anpassen

Lösen Sie Ihr letztes Konto bei einer Bank auf oder wird ein Bausparvertrag ausgezahlt, setzen Sie den Auftrag am besten vorher auf den bisher genutzten Betrag herunter. Dann bleibt der Rest für Ihre anderen Banken frei. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Bank den Auftrag mit der Kontoauflösung von selbst beendet, sondern lassen Sie sich die Änderung bestätigen.

Gerade bei Bausparkassen wird das gern vergessen. Hinweise zu einzelnen Anbietern finden Sie bei Debeka, LBS und allgemein unter Bausparvertrag.

Bankwechsel: erst kündigen, dann neu erteilen

Wechseln Sie die Bank, gilt eine einfache Reihenfolge: zuerst den Auftrag bei der alten Bank senken oder widerrufen, danach bei der neuen Bank erteilen. So liegt die Summe aller Aufträge zu keinem Zeitpunkt über 1.000 € bzw. 2.000 €.

Beispiel: Sie haben 1.000 € bei Bank A freigestellt, dort im laufenden Jahr 350 € Zinsen bekommen und ziehen das Geld zu Bank B. Sie senken den Auftrag bei Bank A auf 350 € und erteilen bei Bank B einen Auftrag über 650 €. Ab dem nächsten Jahr können Sie Bank A auf 0 € setzen und Bank B auf 1.000 € erhöhen.

Nicht einfach bei der neuen Bank zusätzlich 1.000 € freistellen: Die Banken melden die freigestellten Beträge an das Bundeszentralamt für Steuern. Wird insgesamt mehr freigestellt, als Ihnen zusteht, müssen Sie nachzahlen.

Wenn Sie den Betrag nur verschieben und nicht ganz kündigen wollen, finden Sie die Anleitung unter Freistellungsauftrag ändern. Wie viel jede Bank braucht, zeigt der Rechner.

Häufige Fragen

Kann man einen Freistellungsauftrag kündigen?

Ja, jederzeit und ohne Frist. Sie widerrufen ihn bei der Bank oder setzen ihn auf 0 €. Die Untergrenze ist der Betrag, der im laufenden Jahr bereits genutzt wurde.

Ist Kündigen dasselbe wie auf 0 € setzen?

Praktisch ja. Bei einem Auftrag über 0 € stellt die Bank nichts mehr frei. Für Ehepaare kann ein gemeinsamer Auftrag über 0 € sogar sinnvoll sein, weil er die Verlustverrechnung zwischen den Partnern ermöglicht.

Was passiert mit dem Freistellungsauftrag, wenn ich das Konto auflöse?

Setzen Sie ihn vorher auf den genutzten Betrag herunter, damit der Rest für andere Banken frei wird. Ob die Bank ihn bei Kontoauflösung selbst beendet, erfragen Sie am besten bei der Bank.

Muss ich beim Bankwechsel den alten Auftrag kündigen?

Ja, wenn Sie den Freibetrag bei der neuen Bank brauchen. Erst bei der alten Bank senken, dann bei der neuen erteilen.

Endet ein Freistellungsauftrag von selbst?

Ein befristeter Auftrag endet zum angegebenen 31.12. Ein unbefristeter läuft weiter. Beim Tod des Kontoinhabers endet der Auftrag ebenfalls.

Quellen